Das Ensemble wurde erfolgreich revitalisiert und der Öffentlichkeit am 21. März 2026 zugänglich gemacht.
Das Hammergebäude
Dieses Gebäude ist das Herzstück des Ensembles. Im Hammergebäude werden nach Wiederherstellung Schauvorführungen das museumspädagogischen Konzept abrunden. Nach Erneuerung des Daches wurde unter anderem ein neues Wasserrad für den Blasebalg des Schmiedehammers eingebaut. Die Säulen des wasserbetriebenen Eisenhammers bestehen aus massiven Eichenstämmen und dienen der Aufnahme der Drehachsen und der Eisenschneidezange. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 86 cm, ein Gewicht von etwa 700 kg und eine Länge von 3,50 m und sind ca. 2,00 m tief im Boden verankert. Ein Ausbau und Ersatz der Hammersäulen war aufgrund statischer Anforderungen notwendig und wurde archäologisch begleitet.
Die Arbeiterhäuser
Auch die beiden Arbeiterhäuser wurden saniert und sollen künftig ebenfalls der museumspädagogischen Arbeit dienen. Dach, Fenster und Fassaden wurden erneuert, in den Innenräumen wurden Wände und Decken in historischen Lehmbautechniken restauriert. Für das leibliche Wohl der Besuchenden wurde in einem der Häuser ein Bistro eingerichtet. Das Standesamt bietet in einem der Arbeiterhäusern Termine für standesamtliche Trauungen an. Am 24.10.2022 wurden die Arbeiterhäuser und das Hammergebäude durch Oberbürgermeister Thomas Kufen bereits feierlich übergeben.
Das Meisterhaus
Beim Meisterhaus dauerten die Arbeiten etwas länger. Zusätzliche Einbauten, die Spätfolgen der Überflutung im Juli 2021 sowie die sehr starke Auslastung der Firmen im Baubereich und Personalausfälle aufgrund der Corona-Pandemie führten zu einer Kostenanpassung sowie einer Bauzeitverlängerung. Nach Entfernung aller Verkleidungen im Innen- und Außenbereich zeigten sich auch hier stärkere Schäden am tragenden Holzfachwerk und an den Deckenbalken als ursprünglich vermutet. Ein Gutachten hatte ergeben, dass erheblich mehr Balken, Decken und Gefache ersetzt oder überarbeitet werden mussten, als zunächst geplant.
Die Außenanlagen
Im Außenbereich bekam das Sammelbecken ein neues Metalltor. Damit kann das Wasser des Deilbachs kontrolliert den Wasserrädern für den Blasebalg und für den Antrieb des Eisenhammers zugeführt werden. Außerdem wurde die Außentoilettenanlage für Besucher und Besucherinnen saniert und die über 70 m lange Zufahrtsrampe erneuert.
Der Umbau und die Sanierung des Deilbachhammer-Ensembles sind maßgeblich auf die Initiative des Konsortiums Deilbachtal zurückzuführen. Es besteht aus dem Verein Freunde und Förderer des Deilbachtals e.V., dem historischen Verein für Stadt und Stift Essen, dem Ruhr Museum und der Bürgerschaft Kupferdreh. Der Verein Freunde und Förderer des Deilbachtals e.V. wird sich zukünftig, mit seinen Unterstützern, in den Betrieb und Erhalt des Eisenhammerensembles einbringen.
Am 11. Juli 2017 gab Oberbürgermeister Thomas Kufen den Startschuss für die baulichen Maßnahmen.
Folgende Institutionen überzeugt das Konzept und konnten als Förderer gewonnen werden:
• Bundesbeauftragte für Kultur und Medien
• Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
• Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
• Kulturstiftung Essen
• Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat und Kulturpflege (NRW-Stiftung)
Das Projekt mit einem Finanzvolumen von 5,033 Millionen Euro wurde unter Leitung der Immobilienwirtschaft durch die Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH als Generalübernehmer und Projektsteuerer realisiert.
Geschichte des Ensembles
Das Gründungsdatum des Deiler Eisenhammers ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich entwickelte sich die Anlage aus einer, dem Deilmannschen Bauernhof zugehörigen, Schmiede, die erst gegen Ende des 18. Jahrhundert zu einem eigenständigen Gewerbebetrieb wurde. Es wird angenommen, dass der Deiler Eisenhammer zwischen 1831 und 1844 eine Art Bahnbetriebswerk für die Deiler Eisenbahn gewesen ist. Diese Schmalspurbahn lief mitten durch das Ensemble und es ist immer noch eine, durch eine Hochwasserschwemmung 2006 freigelegte, Pflasterung zu erkennen, die als Trassenkörper identifiziert wurde. Diese Anlage war ein Teil der von Friedrich Harkort gegründeten Deilthaler Eisenbahn, einer 7,5 km lange Pferdebahn, die der Kohleversorgung des frühindustrialisierten Wuppertaler Raumes diente. Dafür wurde der Hammer um eine Tischlerei und einer Schlosserei, einschließlich einer in Deutschland einzigartigen, exzenterangetriebenen Blechschere, erweitert.
1911 wurde die Anlage von dem benachbarten Kohlekraftwerk der Bergischen Elektrizitäts-GmbH aufgekauft. Ein Bruch der Hammerwelle führte 1917 zur Stilllegung des Betriebes. 1935 bis 1937 wurde der Hammer durch eine konzentrierte Aktion vieler Akteure erneut betriebsfertig aufgebaut, verfiel jedoch im zweiten Weltkrieg wieder. In den 1960er Jahren übernahm die Stadt Essen das abermals baufällige Ensemble. In den 1970er Jahren entschied man sich für einen Elektroantrieb um die Hammer- und Blasanlage wieder vorführen zu können. 1985 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.