"Schule als sicherer Ort" – Rat beauftragt Konzepterstellung

26.06.2024

Um die Schulen in Essen als sichere Orte des Lernens und Lebens weiter zu festigen, hat der Rat der Stadt in seiner heutigen (26.06.) Sitzung die Erstellung eines entsprechenden Konzeptes beschlossen. Das Konzept soll präventive sowie bauliche und technische Maßnahmen aufzeigen und zur Umsetzung vorschlagen.

Die Essener Schulen setzen bereits vielfältige Maßnahmen mit dem Ziel, die Schule für alle Beteiligten zu einem sicheren Ort des Lernens und Lebens zu machen, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern um. Mit dem Konzept „Schule als sicherer Ort“ soll auf die aktuelle Situation im Bereich der Jugendkriminalität reagiert und die angestoßenen Maßnahmen aufgenommen und gebündelt werden. Im Zuge der Konzeptausarbeitung sollen dabei auch in anderen Kommunen bereits erprobte Maßnahmen zur Umsetzung in der Essener Schullandschaft geprüft werden.

Präventivmaßnahmen

Zentrale Bestandteile des Konzeptes sollen präventive, bauliche und technische Maßnahmen sein. Präventivmaßnahmen setzen dabei unmittelbar bei den Schülerinnen*Schülern, bzw. dem Klassenverbund an. Angeleitete Programme stellen dabei sowohl die personelle Ebene als auch die Interaktion im Sozialraum der Klassengemeinschaft in den Mittelpunkt. Ein geeigneter, gezielter Ansatzpunkt hierfür ist zumeist die Neubildung eines Klassenverbundes.

Die Zielsetzung ist dabei, für Schüler*innen ein Lernfeld zu schaffen, in dem kooperatives, prosoziales Verhalten geübt werden können. In der Sekundarstufe ist Bestandteil der Präventivmaßnahmen auch, den Schülerinnen*Schülern transparent zu machen, welche Folgen Mobbing und Cybermobbing für beiden Seiten – Betroffene und Ausübende – haben können. Dies soll auch als Handlungsanleitung für Lehrkräfte dienen, die im Mobbingfall als Ansprechpartner*innen bereitstehen und gemäß abgestimmten Handlungsplan agieren sollen.

Bauliche und technische Maßnahmen

Die Präventivmaßnahmen sollen durch bauliche und technische Maßnahmen ergänzt werden. Die Arbeit wird im Rahmen des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Essen fortgeführt. Das Konzept wird demnach auch sicherheitsrelevante Maßnahmen enthalten, die in Einklang mit allen rechtlichen Vorgaben stehen und für den Betrieb und den Neubau von Schulen gelten sollen. Zu prüfenden Schwerpunkte sind dabei die unter anderem die Ausstattung von Türen mit Knäufen, die einen direkten Zugang in die Räume verhindern, Sichtschutz an Fenstern oder die Optimierung der Beleuchtung.

Aktuell läuft die personelle Zusammensetzung des für das Konzept zuständigen Gremiums. Das zu erarbeitende Konzept soll den politischen Gremien voraussichtlich im Herbst dieses Jahres zur Beratung vorgelegt werden.

Zum Hintergrund

In den Schulen in NRW ist Gewalt zu einem zentralen Thema geworden. Gewaltvorfälle, insbesondere durch das Mitführen von Messern, sowie die Gewalt im digitalen Raum haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Insbesondere diese beiden Deliktbereiche stellen für die Schulen eine neue Dimension der Gewalt dar, da sie massive Folgen für den Schulfrieden nach sich ziehen. Der aktuelle Jugendkriminalitätsbericht für NRW belegt diesen Anstieg der Delikte im schulischen Kontext, respektive im Unterricht, bei Klassenfahrten oder auf dem Schulweg. Auch in der Stadt Essen ist die Anzahl der Gewaltdelikte durch Jugendliche und Heranwachsende in den letzten fünf Jahren am stärksten gestiegen.

Weitere Informationen finden Interessierte im RatsInformationsSystem der Stadt Essen.

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