Am Dienstag (10.02.) wurde im Jugendhilfeausschuss der Jahresbericht 2024 der Fachstelle für spezialisierte Beratung bei sexualisierter Gewalt vorgestellt. Die gemeinsame Fachstelle vom Jugendpsychologischen Institut (JPI) und dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) meldet für 2024 erneut einen deutlichen Anstieg der Beratungszahlen. Insgesamt wurden 198 betroffene Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen sowie 116 Fachkräfte unterstützt. Besonders die Fälle digitaler sexualisierter Gewalt nehmen kontinuierlich zu, dadurch entstanden komplexere Beratungsbedarfe und längere Wartezeiten.
Umfassende Unterstützung für Betroffene und Fachkräfte
Die Fachstelle bietet Krisenintervention, therapeutische Begleitung und Unterstützung bei Ermittlungsverfahren. Die Beratung richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 27 Jahren sowie deren Angehörige. Parallel werden Fachkräfte wie Lehrkräfte, Sozialarbeiter*innen und Mitarbeitende des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) professionell beraten und fortgebildet.
Dabei arbeitet die Fachstelle eng mit Polizei, Schulen, Kitas, "Insoweit erfahrenen Fachkräfte" (InsoFa) des Jugendamtes und weiteren Kooperationspartnerinnen*Kooperationspartnern zusammen. Fortbildungen, Informationsveranstaltungen und regelmäßige Supervisionen stellen sicher, dass Fachkräfte kompetent im Umgang mit sexualisierter Gewalt handeln können.
Dringender Handlungsbedarf bei Ressourcen
Trotz steigender Fallzahlen stagniert die Landesförderung, während der Bedarf an hochqualifiziertem Personal und sachlichen Ressourcen wächst. Die Fachstelle betont, dass zusätzliche finanzielle Mittel und personelle Aufstockungen notwendig sind, um Wartezeiten zu reduzieren, präventive Arbeit auszubauen und Betroffene zeitnah zu unterstützen. Die hohe Nachfrage zeigt, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein dringendes gesellschaftliches Thema bleibt. Um Kindern in akuten Krisensituationen verlässliche Hilfe zu bieten und die Präventionsarbeit zu stärken, muss die Förderung zeitnah an die tatsächlichen Bedarfe angepasst werden.
Anlaufstelle bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt
Jeder Verdachtsfall auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche muss sorgfältig geprüft und aufgeklärt werden. Die gemeinsame Fachberatungsstelle des Jugendpsychologischen Instituts des Jugendamtes Essen und des Kinderschutzbundes Ortsverband Essen e.V. bietet betroffenen Kindern, Jugendlichen, Angehörigen und Fachkräften professionelle Unterstützung. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Betroffene online unter www.essen.de/gegensexualisiertegewalt.
Weitere Informationen:
Stadt Essen
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