Eschentriebsterben: Auswirkungen in Essen

06.03.2026

Das sogenannte Eschentriebsterben stellt seit Jahren auch im Essener Stadtgebiet eine Herausforderung für die städtischen Grünflächen, Wälder und Straßenbäume dar. Besonders betroffen ist die Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior) sowie ihre Sorten. Sie sind in Parks, an Straßenrändern und in den Waldflächen rund um Essen oftmals prägende Landschaftselemente.

Welche Auswirkungen gibt es in Essen?

Für Grün und Gruga Essen bedeutet das Eschentriebsterben erhöhte Kontroll- und Pflegeaufwände. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen geschädigte oder abgestorbene Bäume regelmäßig überprüft und gegebenenfalls entfernt werden. Dies betrifft sowohl Straßenbäume als auch Bestände in Grünanlagen und Waldgebieten. Neben den sicherheitsrelevanten Maßnahmen stellt der Verlust der Esche auch einen ökologischen Einschnitt dar. Die Baumart bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und trägt zur Stabilität der heimischen Wälder bei.

Da es derzeit keine wirksamen Mittel gegen den Pilz gibt, liegt die Hoffnung auf der Identifizierung und Züchtung resistenter Eschen, um die Art langfristig zu erhalten. Bis dahin setzt Grün und Gruga bei Neupflanzungen auf eine Auswahl natürlich resistenter Eschenarten bei einer insgesamt vielfältigen und klimaangepassten Baumartenwahl.

Wodurch entsteht das Eschentriebsterben?

Das Eschentriebsterben wird durch den eingeschleppten Pilzerreger Hymenoscyphus fraxineus verursacht. Der aus Ostasien stammende Schlauchpilz verbreitet sich über Sporen, die vom Wind über weite Distanzen transportiert werden. Feuchte Witterungsbedingungen, wie sie auch in Deutschland regelmäßig auftreten, begünstigen die Infektion erheblich.

Zunächst befällt der Pilz die Blätter, von wo aus er in die Triebe und Zweige eindringt. Dort verursacht er Nekrosen, die zum Absterben einzelner Kronenteile führen. Typische Symptome sind welke Blätter, abgestorbene Jungtriebe sowie Rindenschäden. Besonders junge oder vorgeschädigte Bäume sterben häufig innerhalb weniger Jahre ab.

Inzwischen wird vermehrt auch ein Befall im Bereich des Stammfußes beobachtet. In den letzten Jahren tritt dort verstärkt eine Nekrosenbildung auf, die ebenfalls maßgeblich auf den Erreger des Eschentriebsterbens zurückgeführt wird. Diese geschädigten Bereiche werden häufig zusätzlich von holzzersetzenden Pilzen wie Hallimascharten oder Lackporlingen besiedelt. Die dadurch verursachte fortschreitende Holzzersetzung beeinträchtigt die Bruch- und Standsicherheit erheblich. Daher müssen betroffene Bäume oftmals kurzfristig aus Verkehrssicherungsgründen entnommen werden.

Die heimische Esche besitzt überwiegend keine ausreichende Widerstandskraft gegen den eingeschleppten Erreger. Während asiatische Eschenarten im Laufe der Evolution Abwehrmechanismen entwickeln konnten, trifft der Pilz hier auf weitgehend ungeschützte Bestände.

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