Luftschutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg bei Arbeiten auf Krupp-Areal entdeckt

09.04.2026

Bei Arbeiten auf dem Areal der Kruppwerke wurden erneut Überreste eines Gebäudes entdeckt. Die Stadtarchäologie der Stadt Essen übernahm vor Ort die Dokumentation während der laufenden Bauarbeiten.

Luftschutzraum wurde nachträglich errichtet

Bei einer Erstbegehung konnten die Expertinnen*Experten schnell feststellen, dass es sich bei den teilweise freigelegten Kellerresten um einen Luftschutzraum aus dem Zweiten Weltkrieg handeln muss. Grundrisspläne aus dem Krupparchiv zeigen, dass es zur Anlage selbst keine Unterlagen gibt. Die Stadtarchäologie konnte nachweisen, dass der Luftschutzraum nachträglich in den durch den Grundriss bekannten Baubestand hinein gebaut wurde und voll ausbetoniert war. Beschriftungen an den Türstürzen weisen auf die unterschiedlichen Nutzungen der Räume hin, beispielsweise auf einen Sanitätsraum. Auch für eine Anlage dieser Art übliche Beschriftungen wie "Ruhe bewahren!" kommen hinzu.

Weiterer Baustein in der Erforschung des kruppschen Werkluftschutzes

Die saubere Bauausführung lässt darauf schließen, dass es sich wahrscheinlich um eine frühe Bauform aus den späten 1930er Jahren oder den ersten beiden Kriegsjahren handelt. Da der Schutzraum nur teilweise freigelegt wurde und die vorhandenen Pläne lediglich grobe Hinweise geben, lässt sich seine ursprüngliche Größe schwer bestimmen: Vermutlich war er für etwa 100 Personen ausgelegt. Die Gestaltung der Räume deutet jedoch darauf hin, dass zeitweise drei- bis viermal so viele Menschen darin untergebracht waren.

Die vorgefundene Anlage bildet einen weiteren Baustein in der Erforschung des kruppschen Werkluftschutzes. Gleichzeitig zeigt die Maßnahme wieder einmal, dass sich auch für die Neuzeit durch archäologische Untersuchungen neue Erkenntnisse gewinnen lassen.

Luftschutz bei Krupp sicherte Belegschaft im Krieg

Wie jeder größere Betrieb war auch das Unternehmen Krupp durch das Reichsluftschutzgesetzt verpflichtet, eine eigene Luftschutzinfrastruktur aufzubauen. Ab Mitte der 1930er Jahre wurden deshalb auf dem Gelände der Kruppwerke Luftschutzanlagen errichtet. Üblicherweise geschah dies durch den Ausbau bestehender Keller.

Waren Gebäude luftschutztechnisch nicht zu ertüchtigen, wurden in ihrer Umgebung neue Anlagen gebaut. Bei Neubauten wurde der Luftschutz gleich mit eingeplant. Im Krieg wurden die Luftschutzanlagen laufend angepasst und verbessert. Das sorgte dafür, dass Verluste unter der Belegschaft bei nur 0,25 Prozent lagen.

Weitere Informationen

Als Beispiel für den Werkluftschutz bei Krupp wird Interessierten der digital erhältliche Band 25 der "Berichte aus der Essener Denkmalpflege" empfohlen (siehe rechts). In diesem wird ein Bunker bauhistorisch vorgestellt.

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Bei Arbeiten auf dem Areal der Kruppwerke wurden Überreste eines Luftschutzraums aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.
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