Die Stadt Essen setzt sich dafür ein, die bestehenden Strukturen der Schulsozialarbeit in Essen zu erhalten und dauerhaft finanziell abzusichern. Um das zu erreichen, soll der kommunale Eigenanteil um 414.400 Euro ab dem Schuljahr 2026/2027 erhöht werden. Dies hat der Ausschuss für Schule und Bildung in seiner heutigen (13.05.) Sitzung empfohlen.
Warum ist Schulsozialarbeit wichtig?
Fachkräfte der Schulsozialarbeit übernehmen zentrale Aufgaben an Essener Schulen: Sie beraten und begleiten Kinder und Jugendliche, organisieren sozialpädagogische Gruppenangebote, unterstützen die Netzwerkarbeit im Stadtteil und wirken aktiv an Gewaltprävention und Konfliktlösung mit.
Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Belastungen bei jungen Menschen leisten sie einen entscheidenden Beitrag dazu, Schule als sicheren und stabilen Ort zu gestalten.
Über wie viele Stellen in der Schulsozialarbeit verfügt die Stadt Essen?
Derzeit sind an 88 Schulen im Essener Stadtgebiet insgesamt 120 Stellen der Schulsozialarbeit eingerichtet.
Mit der dauerhaften Sicherung der Schulsozialarbeit sollen bewährte Strukturen erhalten, Fachkräfte gebunden und die Qualität der Unterstützung an Essener Schulen langfristig gesichert werden.
Welche Herausforderungen bestehen aktuell?
Fachkräfte berichten zunehmend von hohen Belastungen und komplexen Problemlagen an den Schulen. Viele erleben Zeitdruck und Erschöpfung, da die vorhandenen Ressourcen nicht ausreichen, um den steigenden Bedarfen gerecht zu werden.
Hinzu kommt die unsichere Finanzierung der kommunalen Schulsozialarbeit durch das Land Nordrhein-Westfalen. Die Förderung erfolgt jeweils nur befristet und deckt die tatsächlichen Personal- und Sachkosten häufig nicht vollständig ab. Freie Träger der Jugendhilfe müssen deshalb Eigenmittel einsetzen oder Einsparungen an anderer Stelle vornehmen.
Diese Situation erschwert eine verlässliche Personalplanung und gefährdet langfristig die Kontinuität an den Schulen.
Wie möchte die Stadt Essen auf diese Herausforderungen reagieren?
Bereits im Jahr 2023 hatte der Rat der Stadt Essen zusätzliche Mittel in Höhe von 192.000 Euro für neue Stellen in der Schulsozialarbeit beschlossen. Diese Unterstützung soll dauerhaft fortgeführt werden.
Darüber hinaus werden zusätzliche Mittel benötigt, um die gestiegenen Personalkosten aufzufangen. Das durchschnittliche Jahresgehalt einer Fachkraft der Schulsozialarbeit liegt aktuell bei rund 84.000 Euro, während die Landesförderung 70.000 Euro refinanziert. Daraus ergibt sich eine Finanzierungslücke von 14.000 Euro pro Stelle.
Für 29,6 Stellen bei freien Trägern entsteht dadurch ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von insgesamt 414.400 Euro pro Schuljahr.
Wie soll die Finanzierung erfolgen?
Ein Teil der Finanzierung soll durch Mehrerträge im Bildungsbüro gedeckt werden. Weitere Mittel werden innerhalb des Geschäftsbereichs Jugend, Bildung und Kultur kompensiert.
Weitere Informationen erhalten Interessierte aus der Vorlage 0419/2026/4
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