Wie lebt es sich mit dem Erbe eines der größten NS-Verbrecher? Am Dienstag, 2. Juni, stellt der Journalist Axel Spilcker in der Volkshochschule (VHS) Essen um 18 Uhr seine viel beachtete Biografie "Hitlers Gefolgsmann" vor – ein Buch über seinen eigenen Großvater Robert Ley.
Als Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Leiter der Deutschen Arbeitsfront verfügte Robert Ley über eines der größten Machtimperien des NS-Staats. Nach Kriegsende zählte er zu den Hauptangeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess, entzog sich jedoch der Verantwortung und nahm sich im Oktober 1945 in seiner Zelle das Leben.
Die Biografie stützt sich auf unveröffentlichte Memoiren, private Korrespondenz sowie Dokumente aus Familienbesitz. Sie verfolgt Leys Aufstieg vom rheinischen Chemiker zum engen Vertrauten Hitlers und schildert schonungslos die generationenübergreifenden Folgen für die Nachkommen: Während Spilckers Vater seelisch an dieser Last zerbrach, verteidigte eine Tante den Großvater bis zuletzt.
Nach der Lesung spricht der Autor mit Nikolaos Georgakis von der VHS. Das Gespräch verbindet die Familienchronik mit der Täterforschung und der Frage, was die Geschichte der Mitläufer für eine Gegenwart bedeutet, in der autoritäre Kräfte wieder Zulauf finden.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte online unter www.vhs.link/Spilcker .
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