Der Grugaturm im Grugapark Essen soll umfassend saniert werden. Mit dem Ratsbeschluss vom 25. März 2026 wurden die ersten vorbereitenden Maßnahmen beschlossen. In seiner heutigen (02.06.) Sitzung hat der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz nun den zweiten Bauabschnitt zur eigentlichen Instandsetzung des historischen Bauwerks empfohlen.
Warum muss der Turm saniert werden?
Seit 2021 wurden verschiedene Fachbüros mit statischen Untersuchungen, Materialprüfungen und der Erstellung einer Sanierungsstudie beauftragt. Die Ergebnisse zeigen massive Schäden an tragenden Stahlbauteilen, insbesondere im Kellergeschoss und an den Fußpunkten der Konstruktion, auf. An zahlreichen Stellen wurden deutliche Querschnittsverluste, starke Rostbildung sowie Beschädigungen des Korrosionsschutzes festgestellt.
Nach Einschätzung der beteiligten Ingenieurbüros ist die Standsicherheit des Bauwerks derzeit erheblich beeinträchtigt. Da der Turm bereits für den Besucherverkehr gesperrt wurde und somit keine zusätzlichen Verkehrslasten auftreten, besteht aktuell keine Einsturzgefahr. Eine dringende Instandsetzung des Tragwerks ist jedoch erforderlich.
Was ist für den ersten Bauabschnitt geplant?
Im ersten Bauabschnitt wird die bislang im Turm befindliche Toilettenanlage technisch umgenutzt, um dort künftig die derzeit im Keller installierte Elektrolyseanlage für die Kur vor Ort unterzubringen. Dadurch kann der Kellerbereich freigeräumt und für die notwendigen Sanierungsarbeiten zugänglich gemacht werden.
Was passiert im zweiten Abschnitt?
Im zweiten Bauabschnitt ist eine vollständige Einhausung des Turms im Unterdruckverfahren vorgesehen. Aufgrund der bleihaltigen Altbeschichtungen müssen umfangreiche Schutz- und Entsorgungsmaßnahmen durchgeführt werden. Geplant sind unter anderem die vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes, Betoninstandsetzungsmaßnahmen, Arbeiten an den Außentreppenanlagen sowie die Überprüfung und Sanierung der Entwässerungssysteme.
Darüber hinaus sollen die Außenterrassen, Geländer und Fassadenflächen überarbeitet sowie ein Vogeleinflugschutz installiert werden, um das Bauwerk langfristig vor weiteren Schäden zu schützen. Ziel ist es, den Grugaturm dauerhaft zu sichern und perspektivisch wieder für Besucher*innen zugänglich zu machen.
Wie viel wird die eigentliche Instandsetzung kosten?
Die Kosten für die Maßnahmen im zweiten Abschnitt liegen bei rund 3 Millionen Euro netto.
Der Rat der Stadt Essen wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 8. Juli über die Maßnahmen entscheiden.
Zum Hintergrund
Der 1929 eröffnete Grugaturm im Grugapark Essen war ursprünglich als Radioturm erbaut worden und lediglich für eine ursprüngliche Standzeit von zwei bis fünf Jahren ausgelegt. Der Grugaturm ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal für den Grugapark und nach fast 100 Jahren Standzeit zu einem Wahrzeichen der Stadt Essen geworden, sondern steht auch unter Denkmalschutz. In den letzten gut 90 Jahren wurden mehrfach Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im, am und um den Turm durchgeführt.
Weitere Informationen finden Interessierte in der Vorlage 0703/2026/6 .
Stadt Essen
Presse- und Kommunikationsamt
Rathaus, Porscheplatz
45121 Essen
Telefon: +49 201 88-0 (ServiceCenter Essen)
E-Mail: presse@essen.de
URL: www.essen.de/presse