Im heutigen Jugendhilfeausschuss (09.06.) wurde über das Pilotprojekt "Kitalotsinnen und Kitalotsen" informiert.
Was ist der Hintergrund?
Frühkindliche Bildung gilt als zentraler Baustein für die Entwicklung und spätere Bildungschancen von Kindern. Dennoch gelingt der Zugang zu entsprechenden Angeboten nicht durchgängig. Auch in Essen werden einzelne Kinder nach wie vor nicht oder nicht rechtzeitig in geeignete Betreuungsstrukturen vermittelt.
Gleichzeitig hat sich die Versorgung mit Kita-Plätzen in den vergangenen Jahren verbessert. Der konsequente Ausbau der Betreuungsangebote sowie der Rückgang der Geburtenzahlen haben in Teilen der Stadt zu freien Kapazitäten geführt. Vor diesem Hintergrund und angesichts von Rückmeldungen über unzureichende Vorbereitung einzelner Kinder auf den Schuleintritt will die Stadt Essen künftig gezielter unterstützen.
Das Jugendamt plant daher die Einführung eines niedrigschwelligen Lotsendienstes. Die sogenannten Kitalotsinnen*Kitalotsen sollen Familien frühzeitig erreichen, sie individuell beraten und aktiv bei der Suche und Anmeldung in passende Betreuungsangebote unterstützen.
Wie läuft die Pilotphase ab?
Bevor das Konzept stadtweit ausgerollt werden kann, soll es zunächst in einem Pilotprojekt erprobt werden: Der Start ist im Stadtbezirk V vorgesehen. Die Auswahl begründet sich unter anderem mit Erkenntnissen aus sozialräumlichen Analysen sowie Erfahrungen aus der Zugewandertenberatung, die auf bestehende Zugangsbarrieren hinweisen. Gleichzeitig zeigt sich dort trotz vorhandener freier Kita-Plätze weiterhin ein Bedarf an gezielter Vermittlung und Beratung.
Das Pilotprojekt wird organisatorisch zunächst beim Babybesuchsdienst des Kinder- und Familienbüros im Jugendamt angesiedelt. Eine Gruppe von Mitarbeitenden wird für die Aufgabe ausgewählt und in das Projekt eingebunden. Die Pilotphase ist zunächst auf drei Monate angelegt. In dieser Zeit werden die Arbeitsabläufe entwickelt, erprobt und anschließend ausgewertet. Ziel ist es, die Wirksamkeit des neuen Ansatzes zu prüfen und das Verfahren bei Bedarf weiterzuentwickeln.
Nach Abschluss der Pilotphase ist eine Evaluation vorgesehen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob das Angebot auf weitere Stadtbezirke ausgeweitet wird.
Wie gehen die Kitalotsinnen*Kitalotsen vor?
Für die Umsetzung sollen bestehende Strukturen im Sozialraum genutzt werden. Dazu zählen unter anderem das Begegnungszentrum Computainer, das KaBÜZe sowie das Stadtteilbüro in Altenessen. Diese Standorte ermöglichen eine wohnortnahe Beratung und die Durchführung von Sprechstunden und Informationsangeboten.
Die Kitalotsinnen*Kitalotsen sollen insbesondere Familiengespräche führen, über frühkindliche Bildungsangebote informieren, bei Anmeldeverfahren unterstützen – etwa über das Online-System "Little Bird" – sowie bei Bedarf den Kontakt zu weiteren Hilfesystemen herstellen. Zudem sollen sie Unterstützungsbedarfe frühzeitig erkennen und Familien beim Übergang in Kita oder Kindertagespflege begleiten.
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