"Was du nicht siehst": Essen macht Wohnungslosigkeit sichtbar
Zum Tag der wohnungslosen Menschen am 11. September startet die Stadt Essen einen neuen Podcast und veröffentlicht eine neue Website.
11.09.2026
Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter – und längst nicht immer ist sie auf den ersten Blick erkennbar. Zum Tag der wohnungslosen Menschen am 11. September macht die Stadt Essen gemeinsam mit weiteren Akteurinnen*Akteuren auf die unterschiedlichen Lebenssituationen wohnungsloser Menschen aufmerksam. Unter dem Titel "Was du nicht siehst" gehen ein neuer Podcast und eine neue Website an den Start.
Wohnungslosigkeit ist mehr als ein Leben auf der Straße
Wer an Wohnungslosigkeit denkt, hat häufig zunächst Menschen vor Augen, die auf der Straße leben. Doch Wohnungslosigkeit kann ganz anders aussehen: Menschen können vorübergehend bei Freundinnen*Freunden oder Verwandten unterkommen, in Notunterkünften leben oder nach dem Verlust ihrer Wohnung in unsicheren Wohnverhältnissen leben.
Wohnungslosigkeit entsteht in der Regel durch das Zusammenwirken verschiedener sozialer, persönlicher und struktureller Faktoren. Dazu können neben Arbeitsplatzverlust, finanziellen sowie familiären Schwierigkeiten auch psychische Erkrankungen oder Abhängigkeitserkrankungen gehören. Mit der Kampagne "Was du nicht siehst" möchte die Stadt Essen gemeinsam mit weiteren Akteurinnen*Akteuren für das Thema sensibilisieren und den Blick auf die unterschiedlichen Lebenslagen wohnungsloser Menschen richten. Denn hinter jeder Wohnungslosigkeit steht eine individuelle Geschichte und oft mehr, als von außen zu erkennen ist.
Zuhören, verstehen, Vorurteile abbauen
Der neue Podcast gibt Menschen eine Stimme, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind oder waren und lässt zugleich Fachkräfte zu Wort kommen. Dabei geht es nicht nur um die schwierigen Seiten des Lebens ohne eigene Wohnung. Der Podcast zeigt außerdem, welche Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen in Wohnungsnot existieren, und gibt Einblicke in die Arbeit der Menschen und Einrichtungen, die in Essen Hilfe anbieten.
Geplant sind zunächst fünf Folgen mit fünf persönlichen Geschichten von Menschen, die Wohnungslosigkeit selbst erlebt haben oder erleben: ihre Erfahrungen, ihre Lebenswege und die unterschiedlichen Umstände, die zu Wohnungslosigkeit führen können. Den Auftakt macht die Folge "Ich bin kein Müll! Ich bin ein Mensch!" Darin berichtet der 36-jährige Felix von den 16 Jahren, in denen er bereits ohne festen Wohnsitz lebt – über die Vorurteile, die Stigmatisierung und das Straßenleben und welche Folgen es bei ihm und seiner Psyche hinterlassen hat. Felix nimmt die Zuhörer*innen mit in dunkle Momente seines Lebens und berichtet, welche Schlüsselfiguren und Institutionen ihm durch die schwierigen Zeiten geholfen haben. Die Folge ist zu hören unter www.essen.de/spotify-was-du-nicht-siehst-1 .
Neue Website bündelt Informationen und Hilfen
Parallel zum Podcast wird die Website www.essen.de/was-du-nicht-siehst veröffentlicht. Sie bietet Informationen rund um das Thema Wohnungslosigkeit in Essen und zeigt auf, wo Betroffene und Menschen in ihrem Umfeld Unterstützung finden können.
Damit richtet sich das Angebot nicht nur an Menschen, die selbst von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Auch Angehörige, Freundinnen*Freunde, Nachbarinnen*Nachbarn sowie interessierte Bürger*innen erhalten Informationen und Anlaufstellen.
So verbindet "Was du nicht siehst" persönliche Geschichten mit konkreten Informationen und Hilfsangeboten. Das Ziel der Kampagne ist es, mehr Verständnis zu schaffen und Berührungsängste abzubauen, denn wer die Hintergründe kennt, kann Vorurteile leichter hinterfragen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit mehr Verständnis begegnen.
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