Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit unterzeichnet
Stadt Essen, das Land NRW und weitere Unterstützer*innen setzen gemeinsames Zeichen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt
14.09.2026
Die Stadt Essen setzt gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und zahlreichen Akteurinnen*Akteuren ein sichtbares Zeichen gegen Einsamkeit: Oberbürgermeister Thomas Kufen und Ministerpräsident Hendrik Wüst haben am heutigen Montag (14.09.) gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen*Vertretern aus der Essener Stadtgesellschaft die "Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit" unterzeichnet.
"Essen lebt von seinem Zusammenhalt, von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, von starken Netzwerken und vielfältigen Angeboten. Diese Qualitäten gilt es zu erhalten und weiter sichtbar zu machen. Denn Einsamkeit lässt sich in unserer Stadt nicht durch Einzelmaßnahmen überwinden. Als Stadtgesellschaft tragen wir gemeinsam Verantwortung dafür, dass Menschen sich zugehörig fühlen und im Alltag in Kontakt kommen können.", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Mit der Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit liegt nun ein gemeinsamer Orientierungsrahmen vor. Sie bringt Organisationen, Institutionen, Unternehmen, Verbände, Vereine, Initiativen und weitere gesellschaftliche Akteure zusammen. Ich lade alle ein, die Charta zu unterzeichnen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten einzubringen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Einsamkeit weniger Raum einnimmt und das Miteinander in unserer Stadt gestärkt wird. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die sich in den Entwicklungsprozess eingebracht haben."
Ministerpräsident Hendrik Wüst: "Einsamkeit ist die neue soziale Frage unserer Zeit. Sie betrifft Menschen jeden Alters und aus allen Teilen unserer Gesellschaft – mit Folgen für die Gesundheit des Einzelnen, für unser Miteinander und für den Zusammenhalt in unserem Land. Deshalb ist für die Landesregierung klar: Der Kampf gegen Einsamkeit hat in Nordrhein-Westfalen hohe Priorität. Mit unserer Handlungsstrategie, einem Aktionsplan mit 100 Maßnahmen, einer landesweiten Plattform mit inzwischen mehr als 960 Initiativen und unserem Aktionsbündnis ‚Du+Wir=Eins‘ gehen wir das Thema umfassend und konsequent an. Klar ist aber auch: Einsamkeit können wir nur gemeinsam wirksam begegnen – in den Kommunen, in Vereinen und Verbänden, im Ehrenamt, in der Wirtschaft und im persönlichen Umfeld. Genau dafür steht die Essener Charta. Sie macht Einsamkeit sichtbar, bringt Menschen und Institutionen zusammen und schafft einen gemeinsamen Rahmen, um Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe dauerhaft zu stärken. Essen setzt damit ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und ein solidarisches Miteinander."
Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit
Die Essener Charta ist das Ergebnis eines mehrjährigen partizipativen Entwicklungsprozesses. Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Wohlfahrtspflege, Kirchen, Gesundheitswesen, Bildung, Wirtschaft, Vereinen, Initiativen, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft haben gemeinsam Leitlinien entwickelt, wie Einsamkeit in Essen nachhaltig vorgebeugt und ihr wirksam begegnet werden kann.
"Einsamkeit betrifft längst nicht mehr nur ältere Menschen, sondern zieht sich durch alle Generationen und Lebenslagen in unserer Stadt. Sie ist häufig nicht auf den ersten Blick sichtbar und zeigt sich in vielfältigen Formen", betont Stadtdirektor Peter Renzel. "Umso wichtiger ist es, dass wir aufmerksam bleiben und Einsamkeit als gemeinsames Thema unserer Stadt begreifen, damit Menschen in Essen nicht ‚verunsichtbaren‘. Mit der Charta schaffen wir keine bloße Absichtserklärung, sondern ein konkretes Handlungsnetzwerk direkt in den Stadtteilen. Sie ist ein gemeinsamer Bezugspunkt, der Orientierung gibt und die vielfältigen Netzwerke unserer Stadtgesellschaft wirkungsvoll bündelt. Unser Ziel als Verwaltung und Sozialdezernat ist es, Barrieren abzubauen, Begegnungsräume im Alltag verlässlich zu stärken und niemanden unbemerkt durch das soziale Raster fallen zu lassen."
Mit der Unterzeichnung entsteht eine Verantwortungsgemeinschaft, die sich gemeinsam für die Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit in Essen einsetzt. Jede Organisation bringt ihre jeweiligen Erfahrungen, Kompetenzen und Möglichkeiten entsprechend ihres eigenen Auftrags ein. Im Mittelpunkt stehen der fachliche Austausch, die Vernetzung und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Die Stadt Essen übernimmt dabei die Rolle der Moderatorin und Vernetzerin. Sie koordiniert und begleitet die Verantwortungsgemeinschaft und fördert unter anderem den Austausch zwischen den Beteiligten, macht gute Praxisbeispiele sichtbar und begleitet die gemeinsame Weiterentwicklung der Charta. "„Ich freue mich, dass heute so viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen", so Thomas Kufen. "Lassen Sie uns die Charta mit Leben füllen – für ein starkes und verbundenes Essen."
Zum Hintergrund
Der Rat der Stadt Essen hat die "Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit" in seiner Sitzung am 8. Juli 2026 beschlossen. Mit der Charta setzt die Stadt Essen gemeinsam mit zahlreichen Partnerinnen*Partnern ein sichtbares Zeichen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Teilhabe.
Die Charta versteht sich dabei ausdrücklich als Orientierungsrahmen. Von den Unterzeichnenden wird insbesondere erwartet, die Ziele und Leitsätze der Charta zu unterstützen, eine Ansprechperson für die Verantwortungsgemeinschaft zu benennen, sich am fachlichen Austausch zu beteiligen und Einsamkeit im eigenen Arbeitsfeld mitzudenken. Die Unterzeichnung ist eine freiwillige Selbstverpflichtung und begründet keine rechtlichen oder finanziellen Verpflichtungen.
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