"Essen ist gefragt!": Oberbürgermeister Thomas Kufen im Bürgerdialog in Kupferdreh

Stadtteilspaziergang und Austausch mit Bürgerinnen*Bürgern – Themen von Hochwasserschutz über Verkehr und Baustellen bis zur neuen Gesamtschule

25.09.2026

Wo drückt im Stadtteil der Schuh? Was läuft gut, wo muss nachgesteuert werden und welche Themen beschäftigen die Menschen vor Ort? Unter dem Motto "Essen ist gefragt! – Bürgerdialog vor Ort" hat Oberbürgermeister Thomas Kufen am Donnerstag, 24. September, Kupferdreh besucht. Nach einem Stadtteilspaziergang mit mehreren Stationen stellte er sich im "LUKAS – Kulinarischer Bahnhof Essen" den Fragen, Anregungen und Anliegen der rund 60 teilnehmenden Bürger*innen.

"Ein Bürgerdialog lebt davon, dass wir zuhören, nachfragen und konkrete Antworten geben. Bei unseren Gesprächen vor Ort bekomme ich unmittelbar mit, was die Menschen in ihrem Stadtteil bewegt. Viele Themen können wir direkt einordnen, bei anderen nehmen wir konkrete Prüfaufträge mit. Genau dieser Austausch ist mir wichtig", sagt Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Stadtteil im Wandel

Der Rundgang startete am Parkplatz der Sporthalle Kupferdreh an der Prinz-Friedrich-Straße. Von dort ging es unter anderem zur Eisenbahnbrücke, zur Toilettenanlage am ESV-K, zum Deilbach, zum Bahnhof Kupferdreh, zum ZOB und zur Parkour-Anlage im Benderpark. Dabei wurden aktuelle Bau- und Sanierungsmaßnahmen ebenso thematisiert wie die weitere Entwicklung des Stadtteils.

Ein Schwerpunkt des Rundgangs war der Hochwasserschutz am Deilbach. Die Überarbeitung des Hochwasserschutzkonzeptes war notwendig geworden, weil sich die technischen Grundlagen für die Berechnung der Bemessungswassermengen geändert haben. Zudem wird inzwischen ein risikobasierter Ansatz verfolgt. Dabei werden unter anderem unterschiedliche Hochwasserszenarien betrachtet. Die Fertigstellung des Konzeptes und die anschließende Vorstellung in der Politik sind spätestens für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Auch der aktuelle Stand an der Eisenbahnbrücke zwischen Kupferdreh und Heisingen wurde erläutert. Die Sanierungsarbeiten haben im September begonnen und sollen nach aktuellem Stand im Februar 2027 abgeschlossen werden. Unter anderem werden die Holzkonstruktion und die Geländer erneuert beziehungsweise angepasst.

Baustellen und Einzelhandel beschäftigen die Menschen

Im anschließenden Bürgerdialog nahm die Situation rund um die Kupferdreher Straße breiten Raum ein. Die lange Bauzeit und die damit verbundenen Einschränkungen beschäftigen insbesondere den örtlichen Einzelhandel. Gleichzeitig wurde die Sorge geäußert, dass sich die Situation durch die nun notwendige Unterbrechung der Gesamtmaßnahme weiter belastet.

Die Stadt hatte sich mit dem bisherigen Bauunternehmen auf eine Aufhebung des bestehenden Bauvertrages verständigt. Die noch ausstehenden Arbeiten werden deshalb neu ausgeschrieben und vergeben. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Arbeiten nach dem Karnevalsumzug im Februar 2027 wieder aufgenommen werden. Die Gesamtmaßnahme soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein.

Auch die geplante Radverkehrsführung war Gegenstand des Gesprächs. Bürger*innen äußerten insbesondere mit Blick auf mögliche Veränderungen bei den Parkmöglichkeiten Bedenken gegenüber einer Fahrradstraße auf der Kupferdreher Straße.

Orientierung zum Baldeneysee verbessern

Mehrfach angesprochen wurde außerdem die Wegeführung vom Bahnhof und über die Kampmannbrücke in Richtung Baldeneysee. Die Bürger*innen wünschen sich eine deutlich bessere Beschilderung und schlugen unter anderem eine gut sichtbare blaue Linie auf dem Boden als Orientierung zum See vor.

Oberbürgermeister Kufen verwies in diesem Zusammenhang auf die derzeitige Weiterentwicklung der Wegeführung rund um den Baldeneysee. Für den südlichen Bereich des Sees ist vorgesehen, die Wege künftig nicht mehr zu trennen, während am nördlichen Ufer eine Trennung der Wege bestehen bleiben soll. Die Planungen sollen zunächst in den zuständigen politischen Gremien vorgestellt werden. Dabei könne auch die Frage einer besseren Beschilderung erneut aufgegriffen werden.

Lichtkonzept am ZOB und an der Kampmannbrücke

Ein weiterer Schwerpunkt war die Beleuchtung im Bereich des ZOB und der Kampmannbrücke. Bürger*innen wiesen darauf hin, dass die Beleuchtung unter der Brücke aus ihrer Sicht angepasst werden müsse.

Die Arbeiten am Lichtkonzept laufen noch. Bis Oktober sollen weitere Beleuchtungselemente installiert werden, sodass es in dem Bereich künftig heller wird. Gleichzeitig muss die Beleuchtung mit Blick auf die naturräumlichen Gegebenheiten umweltsensibel ausgerichtet werden. Für die umweltsensitive Beleuchtung an der Kampmannbrücke ist zudem eine technische Weiterentwicklung vorgesehen, bei der künftig LoRaWAN statt der bisherigen SIM-Karten-Technik eingesetzt werden soll.

ÖPNV und weitere Anliegen

Auch der öffentliche Nahverkehr war Thema des Bürgerdialogs. Konkret ging es um den Wunsch, die Linie 145 über Heisingen hinaus bis nach Rüttenscheid zu verlängern. Die Stadt verwies darauf, dass der Nahverkehrsplan derzeit überarbeitet wird. Eine Ausweitung der Verbindung ist angesichts der bislang nicht ausreichenden Auslastung derzeit nicht vorgesehen. Das Anliegen wird jedoch in die weitere Betrachtung im Rahmen der Nahverkehrsplanung eingebracht; auch die Ruhrbahn nimmt den Vorschlag mit. Darüber hinaus wurden die Wiedereröffnung der öffentlichen Toilettenanlage am ESV-K, die Situation am Deilbach und im Asbachtal sowie weitere Fragen zur Stadtteilentwicklung angesprochen.

Neue Gesamtschule für Kupferdreh

Mit großem Interesse wurde auch der aktuelle Stand zur geplanten Gesamtschule an der Prinz-Friedrich-Straße aufgenommen. Der Rat der Stadt Essen hat am 16. September die Durchführung eines Vergabeverfahrens für den Bau einer fünfzügigen Gesamtschule in Kupferdreh beschlossen. Damit wird der nächste Schritt für die Realisierung des neuen Schulstandortes eingeleitet.

"Mit der neuen Gesamtschule schaffen wir ein wichtiges Bildungsangebot für Kupferdreh und die Ruhrhalbinsel. Das ist eine große Investition in die Zukunft unseres Stadtteils. Gleichzeitig zeigt gerade dieses Projekt, wie wichtig es ist, die Entwicklung vor Ort gemeinsam mit den Menschen zu betrachten", so Kufen.

Der geplante Schulstandort an der Prinz-Friedrich-Straße umfasst rund 20.000 Quadratmeter. Die Stadt hatte das Grundstück 2024 erworben; inzwischen befindet es sich vollständig in städtischem Besitz.

Bürgerdialoge als fester Bestandteil des Austauschs

Der Bürgerdialog in Kupferdreh war der dritte von insgesamt vier Terminen des Formats "Essen ist gefragt!" im Jahr 2026. Nach den Veranstaltungen in Frohnhausen und Steele folgt am 29. Oktober noch ein Bürgerdialog in Vogelheim. Die Dialoge ergänzen die regelmäßigen Bürgersprechstunden des Oberbürgermeisters im Rathaus.

"Unsere Stadtteile sind unterschiedlich, und deshalb sind auch die Themen unterschiedlich. Aber überall gilt: Die Menschen vor Ort kennen ihren Stadtteil besonders gut. Deshalb ist es wichtig, ihre Erfahrungen und Ideen in unsere Arbeit einfließen zu lassen. Bürgerbeteiligung bedeutet für mich nicht nur, zuzuhören, sondern Anliegen aufzunehmen und transparent zu machen, was daraus folgt", betont Oberbürgermeister Thomas Kufen.

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Beim Bürgerdialog in Kupferdreh kam Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen mit den Bürgerinnen*Bürgern ins Gespräch.
Rund 60 Bürger*innen nahmen am Bürgerdialog mit Oberbürgermeister Thomas Kufen teil.
Vor dem Dialog nahmen viele Teilnehmende die Möglichkeit zu einem Rundgang durch Kupferdreh wahr und besichtigten gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Orte wie etwa die Eisenbahnbrücke.