"Ich behalte meine Pelletheizung, kombiniert mit Solarthermie und Photovoltaik", erzählt Daniel W. Er blickt gelassen in die Zukunft, weil seine Wärmeversorgung die heutigen und wahrscheinlich künftigen Klima-Anforderungen erfüllt. Wer Eigentum besitzt und die Wärme mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Erdöl erzeugt, macht sich allerdings Gedanken, wie es mit der Heizung weitergeht.
Eine Hilfestellung gibt dazu die Kommunale Wärmeplanung der Stadt Essen. Sie zeigt unterschiedliche Prüfgebiete auf: Wo ist Fern-/Nahwärme möglich, wo sind individuelle Lösungen wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen wahrscheinlich? Wasserstoff wird in Essen für die private Wärmeerzeugung keine flächendeckende Rolle spielen.
"Die Stadt hat sich mit Energieversorgern, Netzbetreibern, Industriebetrieben und den Stadtwerken zusammengesetzt. Unser Ziel war, herauszufinden, wo welche Wärmeerzeugung sinnvoll ist", erklärt Dr. Ing. Lars Knutzen, Sachgebietsleitung Wärme- und Energiewende bei der Grüne Hauptstadt Agentur (GHA).
Die jetzt erstellte Kommunale Wärmeplanung präferiert in Gebieten mit hoher Wohndichte Fern- und Nahwärmenetze, die für angenehme Temperaturen sorgen. Sie liegen in der Mitte der Stadt, im Norden und in einigen wenigen anderen dicht bebauten Stadtgebieten.
Die Iqony Fernwärme GmbH steht für die Erweiterung ihres bestehenden Fernwärmenetzes von rund 476 Kilometern Länge bereit.
Auch die Stadtwerke Essen AG prüfen den Neubau von Nahwärmenetzen. Sie erkunden derzeit an mehreren Standorten die Nutzung bestehender Wärmequellen. Dazu zählen industrielle Abwärme, Geothermie, die Verwendung von Fluss-, Ab- und Grubenwasser sowie Solarthermie und Photovoltaik. "Einen Anschluss- und Benutzungszwang an die Fern-/Nahwärmenetze ist in unseren Planungen nicht vorgesehen", betont Dr. Lars Knutzen.
Außerhalb dichter Wohnbebauung seien dezentrale Lösungen angedacht. Für die Wärmeerzeugung können Wärmepumpen, Sonnenenergie oder Pelletheizungen dienen. Nur in einigen Gebieten werde künftig auch Wasserstoff für die Heizzwecke zur Verfügung stehen.
In der Kommunalen Wärmeplanung sind die jeweiligen Gebiete auf einer Stadtkarte farblich markiert.
Derzeit erzeugen Öl und Gas zu fast 80 Prozent die Wärme in den Essener Gebäuden. Das wird sich bis 2045 ändern müssen.
"Danach sind Öl- und Erdgasheizungen nicht mehr erlaubt", informiert Lars Knutzen. Das bedeute aber nicht, dass die bestehende Öl- oder Gasheizung sofort gewechselt werden müsse. Es gibt Übergangsfristen für die jeweiligen Anlagen. "Ist eine Brennwertheizung defekt, darf sie auch repariert werden. Einzige Ausnahme: Geht die Heizung kaputt, muss eine neue Heizung 65 Prozent der Energie für die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien nutzen", weiß Lars Knutzen. „Da lohnt sich eine Öl- oder Erdgasheizung nicht mehr. Sie werden im Gegensatz zu umweltfreundlichen Systemen auch nicht mehr gefördert“, erklärt der Ingenieur. "Es gibt aber keinen Grund, jetzt nervös zu werden", beruhigt Lars Knutzen. "Die GHA bietet Interessierten an, sich von unseren Fachleuten rund um Heizungen kostenlos und neutral beraten zu lassen. Im GHA-KlimaTreff erläutern sie, welche Möglichkeiten und Förderungen individuell möglich sind." Das gilt auch für alle Fragen rund um die Wärmedämmung von Gebäuden.