Die Essener Innenstadt zeigt auf kleinem Raum ein vielfältiges Stadtbild und unterschiedliche historische Epochen - vom mittelalterlichen Stadtgrundriss mit Plätzen wie Salzmarkt, Weberplatz oder Kornmarkt bis zur modernen Hochhaus-Skyline. Zeugnisse der industriellen Blütezeit wie das Grillo-Theater, die Alte Synagoge oder die Lichtburg spiegeln Reformarchitektur, Expressionismus und Neues Bauen. Auch der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg hat Spuren hinterlassen: Trotz knapper Mittel entstanden markante Bauten der Ruhrmoderne wie z. B. das Heroldhaus oder das Haus der Evangelischen Kirche. Ab den 1960er Jahren prägen Hochhäuser das Bild der wachsenden Dienstleistungsstadt. Nicht nur bekannte Denkmäler erzählen diese Geschichte - auch die Alltagsarchitektur zeigt eindrücklich, wie sich die Innenstadt über die Jahrzehnte gewandelt hat.
Diese Entwicklungen sind prägend für das Stadtbild von heute. Die Betrachtung der historischen Entwicklung Essens ist der erste Schritt im Arbeitsprozess und bildet neben der Erarbeitung von Leitlinien die Grundlage für die Erstellung der Gestaltungssatzung. Die Stadt Essen wird sich dieser Aufgabe in den nächsten rund eineinhalb Jahren widmen und die Öffentlichkeit laufend in den Prozess einbinden.