In Essen haben rund 33 % der Menschen eine doppelte oder nichtdeutsche Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Menschen mit einer internationalen Familiengeschichte liegt noch darüber. Personen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, also im Allgemeinen gesprochen Menschen mit internationaler Familiengeschichte, haben aufgrund sprachlicher, kultureller und struktureller Barrieren oft erschwerten Zugang zu psychosozialen Unterstützungsangeboten. Auch traumatische Erfahrungen aus der Vergangenheit, zum Beispiel durch Flucht aus dem Herkunftsland, können die Inanspruchnahme von Unterstützung hemmen.
Die Anbindung an das Hilfesystem trägt jedoch maßgeblich zur Unterstützung der Integration, der Prävention und Vermeidung bzw. Verringerung von Krisen und letztendlich zur Gesundung bei. Die Angebotslandschaft in Essen zur Beratung und Betreuung ist grundsätzlich gut aufgestellt. Relevant sind jedoch die nachhaltige Vernetzung und Kooperation der Akteurinnen*Akteure. Dies ist ein primäres Ziel des Arbeitskreises „Anbindung von Menschen mit internationaler Familiengeschichte an die psychosoziale Versorgung“ der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Des Weiteren sollen die Personen nach erfolgreicher Anbindung so lang wie nötig im Hilfesystem gehalten werden. Die beteiligten Akteurinnen*Akteure aus dem Arbeitskreis „Anbindung von Menschen mit internationaler Familiengeschichte an die psychosoziale Versorgung“ haben den hiesigen Essener Standard entwickelt. Dieser steht rechts zum download zur Verfügung. Dieser wurde in der Kommunalen Gesundheitskonferenz am 04. März 2026 verabschiedet.