2026: Wir alle sind Essen - Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

"Erzähl’ mir deine Geschichte!" – Aktionstag auf Zollverein setzt Zeichen für Zusammenhalt

Rund 500 Menschen erleben Dialog, Vielfalt und Perspektivwechsel

  • Rund 500 Menschen kamen am 2. Juli 2026 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zum Aktionstag "Erzähl’ mir deine Geschichte!" zusammen. Im Mittelpunkt standen persönliche Lebensgeschichten, unterschiedliche Perspektiven und die Frage, wie ein respektvolles Miteinander in einer vielfältigen Stadtgesellschaft gelingen kann. Mit der Initiative "Wir alle sind Essen – Gemeinsam für ein friedliches Miteinander" setzten die Stadt Essen und die Essener Allianz für Weltoffenheit gemeinsam ein Zeichen für Demokratie, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Lernen, zuhören und Perspektiven wechseln

Bereits am Vormittag nahmen zahlreiche Schulklassen ab der 7. Jahrgangsstufe an einem Bildungsprogramm teil. Nach einem Impuls von Sozialaktivist, Autor und Trainer für interkulturelle Kompetenzen Ali Can beschäftigten sich die Jugendlichen in Workshops und interaktiven Formaten mit Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Dabei ging es auch um die eigene Gesprächskultur: Perspektiven zu hinterfragen, aktiv zuzuhören und zunächst zu verstehen, bevor man bewertet. Übungen und Gesprächsformate zeigten, wie Begegnung und Dialog dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen und Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Die Workshops spiegelten die Vielfalt der Essener Stadtgesellschaft wider. Themen waren unter anderem queeres Leben, Flucht und Migration,Identität und Teilhabe sowie die Erinnerung zum Beispiel an den Holocaust und den Genozid von Srebrenica. Ergänzt wurde das Programm durch einen "Markt der Möglichkeiten", auf dem Essener Initiativen und Organisationen ihre Arbeit vorstellten.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Lehrkräfte waren überwiegend sehr positiv. Besonders hervorgehoben wurden die offene Atmosphäre, die persönlichen Geschichten der Referentinnen und Referenten sowie die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen. Eine Schülerin fasste ihren Eindruck zusammen: "Wir alle sind Menschen. Wir alle sind gleich."

Nachmittag: Dialog mit der Stadtgesellschaft

Am Nachmittag öffnete sich der Aktionstag für die gesamte Stadtgesellschaft. Oberbürgermeister Thomas Kufen, Marion Greve, Superintendentin und Sprecherin der Essener Allianz für Weltoffenheit, sowie Stefanie Reichert, Vorständin der Stiftung Zollverein, begrüßten die Besucher*innen.

Anschließend hielt Ali Can seine Rede "Glück auf die Vielfalt – so läuft dat in Essen!". Darin betonte er die Bedeutung von Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung für das Ruhrgebiet und stellte Vielfalt als gelebte Realität der Region heraus.

In anschließenden Gesprächsrunden teilten Essener Bürger*innen ihre persönlichen Geschichten und Erfahrungen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Identität, Erinnerungskultur, Flucht, Integration und gesellschaftliche Teilhabe.

Hintergrund

In einer Zeit, in der Grundwerte der Demokratie zunehmend herausgefordert werden, ist es entscheidend, sich gemeinsam für demokratische Werte einzusetzen. Mit der Initiative "Wir alle sind Essen – Gemeinsam für ein friedliches Miteinander" in Kooperation mit der Essener Allianz für Weltoffenheit verfolgen wir das Ziel, den Dialog in der Stadtgesellschaft zu fördern und damit den Zusammenhalt zu stärken.

Die Initiative entstand als Reaktion auf den terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Am 14. Juni 2024 fand auf PACT Zollverein der erste Aktionstag statt.

Anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten am 8. Mai 1945 lag der thematische Schwerpunkt im Jahr 2025 auf "80 Jahre Frieden in Deutschland".

Veranstaltungen 2026

Der "Wir alle sind Essen – Gemeinsam für ein friedliches Miteinander" Veranstaltungskalender bietet einen Überblick über alle relevanten Veranstaltungen – von städtischen bis zu externen Institutionen, Vereinen und Gruppen – zu offiziellen Gedenktagen im Jahr 2026.