In einer Zeit, in der die Grundwerte der Demokratie zunehmend herausgefordert werden, ist es entscheidend, sich gemeinsam für die Stärkung demokratischer Prinzipien einzusetzen – für eine Kultur des Respekts, des Dialogs und der Zusammenarbeit. Diskriminierung und jegliche Form von Menschenfeindlichkeit dürfen in Essen keinen Platz haben.
Nach den terroristischen Angriffen auf Israel durch die Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Gaza erlebte auch Essen eine Phase der Sprachlosigkeit, insbesondere unter jüdischen und muslimischen Bürger*innen sowie Schüler*innen. Um dieser Sprachlosigkeit entgegenzuwirken, fand am 14. Juni 2024 der erste Aktionstag "Wir alle sind Essen – Gemeinsam für ein friedliches Miteinander" statt.
Herzstück war die Demokratiekonferenz auf PACT Zollverein, ergänzt durch zahlreiche weitere Aktionen. Rund 1.100 Essener Schüler*innen, Multiplikatorinnen*Multiplikatoren sowie Bürger*innen hatten die Möglichkeit, in Workshops, Dialoggruppen und durch Impuls-Vorträge neue Perspektiven zu gewinnen und in den Dialog zu treten. Die Themen Antisemitismus, anti-muslimischer Rassismus und Rechtsextremismus standen dabei im Mittelpunkt.
Der Leitgedanke "Wir alle sind Essen – Gemeinsam für ein friedliches Miteinander" wurde bei verschiedenen Veranstaltungen im November weitergetragen. In der Zeit vom 6. bis 17. November 2024 ging es hierbei um die Themen Gedenken, Erinnern und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Das Angebot reichte von interaktiven Formaten über Filmvorführungen für Schüler*innen gegen das Vergessen bis hin zu Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht und dem Volkstrauertag. Im Rahmen der Folkwang Dekade ermöglichte erstmalig das interaktive Format "unterHALTUNG - Lasst uns miteinander über Hürden, Lösungen und Visionen in der kulturellen Bildung sprechen" den Dialog in 27 Talks an 8 Kulturorten in der nördlichen Innenstadt.