Netzwerk Essstörungen Essen

Wer wir sind

Das Netzwerk Essstörungen Essen vernetzt Fachkräfte aus Prävention, Beratung und Behandlung. Ziel ist der fachliche Austausch, die Weiterentwicklung der Versorgung sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Essstörungen.

Essstörungen - ein Überblick

Essstörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und beginnen oft im Jugendalter. Sie können jede Person betreffen. Zu den wichtigsten Formen gehören Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Binge-Eating-Störung sowie weitere und gemischte Ausprägungen. In den letzten Jahren rücken zudem die Muskeldysmorphie und ARFID (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder) in den Vordergrund.

Die Ursachen einer Essstörung sind vielfältig und reichen von psychischen Belastungen über soziale und kulturelle Einflüsse bis hin zu biologischen und genetischen Faktoren.

Häufigkeit und Entwicklung

Auch wenn genaue Zahlen zur Krankheitsverteilung nur schwer zu bestimmen sind, wird davon ausgegangen, dass in westlichen Ländern schätzungsweise 5,5–18 % der jungen Frauen und bis zu 2 % der jungen Männer bis zum frühen Erwachsenenalter von einer Essstörung betroffen sind (Wunderer et al., 2024).

Laut Kaufmännischer Krankenkasse (KKH) hatten im Jahr 2023 in Deutschland schätzungsweise 460.000 Menschen eine diagnostizierte Essstörung. Besonders betroffen waren Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren: Die Zahl der Fälle stieg in dieser Altersgruppe seit 2019 um rund 50 Prozent. Zudem wurden 12.100 stationäre Behandlungen aufgrund von Essstörungen registriert; 93 Prozent der behandelten Personen waren Frauen (KKH, 2025).

Nach der Covid-19 Pandemie war ein deutlicher Anstieg an Diagnosen zu beobachten. Dabei könnten die Nutzung sozialer Medien und die verstärkte Isolation Risikofaktoren für Ersterkrankungen und Rückfälle sein. Zudem kann die intensive Nutzung sozialer Medien zu verzerrten Körperbildern und unrealistischen Schönheitsidealen beitragen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass insbesondere bei Jungen und Männern von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist, da Essstörungen bei Ihnen häufiger unter-/fehldiagnostiziert werden.

Wege aus der Essstörung

Warum Vernetzung wichtig ist

Eine wirksame Prävention und Behandlung erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Durch Vernetzung werden Informationen gebündelt, Hilfsangebote transparenter gemacht und Betroffene schneller in passende Unterstützung vermittelt – das kann Leidenswege deutlich verkürzen.