Folkwang 2022 - 2032
Ein Kultur- und Stadtentwicklungsprozess
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Wie geht eigentlich Folkwang?
Folkwang 2022 - 2032 ist der Zeitraum, in dem ein bisher so nicht dagewesener Kulturentwicklungsprozess in Essen stattfindet. Diesen Prozess bezeichnen wir auch als Stadtentwicklungsprozess. Der Prozess verläuft in unterschiedlichen Phasen.
Idee und Konzeption
Idee und Konzeption
Die erste Phase beinhaltete die beiden Vorbereitungsjahre 2022 und 2023. Die Entwicklung der Idee erfolgte 2022. Im Jahr 2023 begann das Kulturamt mit der Planung des Prozesses. Es wurde eine flexible Arbeitsstruktur entwickelt, die den Beteiligten erlaubt, den Prozess Folkwang 2022 - 2032 aktiv mitzugestalten und zu leiten. Das Kulturamt versteht sich dabei als unterstützende, beratende und impulsgebende Kraft. Diese Idee wurde am 2. September 2023 bei der Veranstaltung „Wir sind im Garten“ für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht. Die wichtigsten Ideen hinter dem Prozess sind, dass sich die Stadtgemeinschaft immer mehr dem Ziel „Kultur für alle“ nähert und die Menschen stärker mit der Kulturszene verbunden werden.
Planung und Umsetzung
Planung und Umsetzung
Die Umsetzungsjahre ab 2024 bis 2032 sind in drei Triaden unterteilt:
2024.25.26 | 2027.28.29 | 2030.31.32.
In jedem einzelnen Jahr wird ein Bezirk der insgesamt neun Essener Stadtbezirke „übernehmen“. 2024 startete Bezirk 1. Nach Bezirk 5 im Jahr 2025 steht In diesem Jahr (2026) Bezirk 7 im Fokus.
Die einzelnen Module und Veranstaltungen werden wir nach und nach hier veröffentlichen. Infos zu den Menschen und Schwerpunkten der Dekade sind in Zukunft hier zu finden.
Die Jahresbezirke
Die Jahresbezirke
Triade #1
2024 | Bezirk 1 (Stadtkern, Ostviertel, Nordviertel, Westviertel, Südviertel, Südostviertel, Huttrop, Frillendorf)
2025 | Bezirk 5 (Altenessen Nord, Altenessen Süd, Vogelheim, Karnap)
2026 | Bezirk 7 (Steele, Kray, Freisenbruch, Horst, Leithe)
Triade #2
2027 | Bezirk 9 (Bredeney, Schuir, Werden, Fischlaken, Heidhausen, Kettwig)
2028 | Bezirk 6 (Stoppenberg, Schonnebeck, Katernberg)
2029 | Bezirk 2 (Rüttenscheid, Rellinghausen, Bergerhausen, Stadtwald)
Triade #3
2030 | Bezirk 8 (Heisingen, Kupferdreh, Byfang, Überruhr-Hinsel, Überruhr-Holthausen, Burgaltendorf)
2031 | Bezirk 4 (Schönebeck, Bedingrade, Frintrop, Dellwig, Gerschede, Borbeck-Mitte, Bochold, Bergeborbeck)
2032 | Bezirk 3 (Holsterhausen, Fulerum, Haarzopf, Margarethenhöhe, Frohnhausen, Altendorf).
Menschen
Im Mittelpunkt dieses Kultur- und Stadtentwicklungsprozesses stehen die Menschen des jeweiligen Bezirks. Was geschehen kann, soll und wird, entscheiden die Menschen selbst. Denn am Ende geht es um die Frage: Wie soll Eure Kulturstadt Essen aussehen? Jede*r wird diese Frage anders beantworten – je nach den eigenen Bedürfnissen und der persönlichen Lebenssituation.
Die Schaltzentrale von Folkwang 2022 -2032 bilden Kinder, Jugendliche und junge Menschen aus den Essener Bezirken. Ihre Perspektive auf Ihre Viertel, Bezirke und die Stadt ist entscheidend, wenn wir die Frage nach der Kulturstadt Essen stellen.
Kulturakteurinnen*Kulturakteure sind die Menschen in unserer Stadt, die aktiv Kulturszene gestalten. Die Frage nach der Kulturstadt Essen richtet sich natürlich insbesondere auch an sie. Was wünscht sich die Kulturszene? Was braucht sie, um sich für die Zukunft zu stärken? Welche Themen würde sie gerne angehen?
Satellit sind wir – das ist das Kulturamt der Stadt Essen. Unsere Funktion im Rahmen von Folkwang 2022 -2032 betrachten wir als unterstützende Funktion. Wir möchten Hilfestellung und Impulse geben, Formatideen gemeinsam entwickeln, den Prozess rahmen. Menschen, deren Perspektiven oft „unsichtbar“ scheinen in unserer Stadtgesellschaft, sollen sich Raum nehmen können. Neue Zugänge zu Kultur können so entstehen und kulturelle Teilhabe kann gestärkt werden. Wir möchten Dialog und Austausch fördern. Kooperationen und fachübergreifendes Arbeiten anregen. Es geht uns auch um die kritische Betrachtung unserer eigenen Arbeit. Wo können wir Schwellen abbauen und Zugänge schaffen? Welche Maßnahmen im Sinne der Schwerpunkte des Prozesses können wir in unserer Arbeit umsetzen?
Um sich zu begegnen, sich kennenzulernen und sich auszutauschen braucht es einen Treffpunkt im Bezirk von dem ihr wisst, dass ihr uns dort findet. Neben einem Raum sind Menschen nötig, die zuhören, was ihr Euch wünscht, braucht und welche Ideen Ihr für euer Viertel, den Bezirk oder auch die Stadt habt. Diese Menschen nennen wir erstmal Türöffner*innen. Sie können euch und eure Ideen mit den passenden Kulturakteurinnen*Kulturakteuren „matchen“, verbinden und zusammenbringen. Im besten Fall stehen sie auch bereits in engem Austausch mit Communities aus dem jeweiligen Bezirk.
Wenn Kultur für alle das Ziel ist, ist der Weg dahin, sich anzuschauen, wer von Kultur noch nicht erreicht wird. Vermutlich werden das insbesondere von Barrieren betroffene Menschen sein. Finanzielle, strukturelle, institutionelle, gesellschaftliche Gründe können Barrieren darstellen, die Menschen den Zugang zu Kultur erschweren. Diese Barrieren zu betrachten ist daher ein wichtiger Punkt des gesamten Prozesses.
Schwerpunkte
Die inhaltlichen Schwerpunkte werden aus den Bezirken heraus von euch formuliert. Jeder Bezirk wird eigene Themen formulieren und unterschiedliche Prioritäten setzen. Deshalb legen wir im Prozess besonders Wert auf bestimmte Strukturen und Schwerpunkte.
Wer wird aktuell von welchen Angeboten durch welche Hindernisse und Barrieren ausgeschlossen und durch welche konkreten Maßnahmen können diese Barrieren abgebaut werden?
Die Menschen sind das Wichtigste an diesem Prozess. Um euch dreht sich alles. Stadt und eben auch Kultur sollte so gestaltet werden, wie ihr es braucht.
Folkwang 2022 - 2032 ist ein neuer, langfristiger Prozess zur Entwicklung von Kultur und Stadt. Es gibt dabei kein festes Vorbild. Deshalb braucht es Offenheit für Neues, Platz für Experimente und den Mut, auch Fehler zu machen.
Zusammenarbeit ist wichtig. Stärken, Wissen, Erfahrungen und auch Dinge wie Räume und Material können geteilt und weitergegeben werden. Dabei sollten die Grenzen von Stadtteilen oder Bezirken keine große Rolle spielen. Wichtiger ist, dass sich die Stärken der einzelnen Partner*innen gut ergänzen, beide Seiten davon profitieren und etwas Neues entstehen kann.
Sport live oder im Fernsehen anzuschauen, kennen wir alle. Sport selber zu machen ist doch anders. Genauso ist es mit Kultur. Theater anzuschauen ist einfach sehr anders als selber dabei zu sein; einen Film anzuschauen oder aber ein Video selber zu drehen und zu schneiden fühlt sich komplett anders an. Dieses Gefühl und diese Erfahrung sollten alle machen dürfen.
Jeder der bisher genannten Schwerpunkte zahlt auf den nun folgenden Schwerpunkt der Nachhaltigkeit ein. Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Kulturlandschaft, die sich ebenfalls an der aktuellen Klimakatastrophe orientieren muss. Eine Orientierung an Nachhaltigkeitskriterien sollte sich in möglichst allen Bereichen, Arbeitsstrukturen und -prozessen der Kulturakteurinnen*Kulturakteuren zeigen und im besten Fall aktiv angegangen werden.
Mitmachen für alle
Der Folk Fonds soll drei bis maximal fünf Ideen für mehr kulturelle Teilhabe aus dem Bezirk ermöglichen. Der Fonds enthält auch 2026 wieder Mittel in Höhe von 30.000 Euro. Welche Ideen die Förderung erhalten, entscheidet eine Jury der Expertinnen*Experten für Zukunft aus dem jeweiligen Bezirk. 2026 wird sich die Jury daher aus jungen Menschen aus Bezirk 7 zusammensetzen.
Communities
Ihr seid eine Community, die gerne aktiver an Kultur teilhaben würde? Ihr habt vielleicht sogar bereits Ideen für Projekte, Konzepte, Aktionen, Maßnahmen?
Ihr habt im Gespräch mit den Türöffnerinnen*Türöffnern eine Projektidee, die Ihr unbedingt umsetzen wollt? Oder seid bereits als Community mit Kulturakteurinnen*Kulturakteuren im Gespräch und wollt gemeinsam etwas erarbeiten? Reicht Eure Idee beim Folk Fonds ein!
2024 fand die "Kultur im Laden - Folkwang Edition" am 5. Juli ab 18:30 Uhr auf der Steeler Straße in Huttrop statt.
"Kultur im Laden - Folkwang Edition“ soll neben den wechselnden Stadtteilen Altendorf und Frohnhausen auch in einem weiteren Stadtteil des gerade verantwortlichen Bezirkes stattfinden – wenn genug finanzielle Mittel dafür da sind. Die Verbindung von Kunst und Alltag übernimmt dieses Format bereits seit vielen Jahren auf eine spielerische Art und Weise.
Es interessiert Kulturszene schon seit Jahrzehnten, was junge Menschen brauchen, um sich vom kulturellen Angebot angesprochen zu fühlen. Und junge Menschen hätten wirklich viel davon, wenn die Kulturszene sie grundsätzlich einbinden und ansprechen würde.
Als Consulting Crew könnt ihr jetzt Kulturinstitutionen beraten. Es wird ein gemeinsamer Beratungsvertrag verhandelt und Ihr erhaltet für eure Beratungstätigkeit ein Honorar.
Ihr formuliert, was euch aktuell vielleicht noch vom Besuch abhält, was euch bisher besonders angesprochen hat, warum die Institutionen zu eurer Lebenswelt gehören und warum vielleicht auch nicht. Gleichzeitig erhaltet Ihr einen Einblick in die alltäglichen Abläufe der Institution und lernt die Strukturen und Menschen hinter den Kulissen kennen. Und vielleicht auch neue Möglichkeiten, wie euer beruflicher Lebensweg aussehen könnte. Eine im besten Fall Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Weitere Informationen findet ihr unter [#realitycheckkultur®].
Das Straßenkunstfestival belebte von 2022 bis 2025 die Essener Innenstadt an einem Wochenende im Sommer. Das Kulturamt plant auch in Zukunft Formate der Sparte "Neuer Zirkus"/ "Straßenkunst" mit der örtlichen und regionalen Szene zu entwickeln. Ein Auftakt hierfür war eine Residenzausschreibung des Maschinehauses Essen in Kooperation mit dem Kulturamt sowie Unterstützung des Projektbüros "Neuer Zirkus Ruhr", die zum Ziel hatte, Essener Kulturakteurinnen*Kulturakteure mit regionalen und überregionalen Künstlerinnen*Künstlern dieser Sparte zusammenzubringen und Auftritte für den öffentlichen Raum zu entwickeln.
Das Kulturamt Essen veranstaltete vom 7.-13. Oktober 2024 gemeinsam mit der Essener Tanzszene eine Tanzwoche. Die Tanzwoche 2024 sollte den Tanz in Essen stärken und auf vielfältige Weise sichtbar machen. Das Programm umfasste eine Reihe von Aktivitäten, wie zum Beispiel Open Studios, Performances, Networking-Möglichkeiten, Urban Dance Battle und vieles mehr rund um die Verleihung des Deutschen Tanzpreis am 12. Oktober 2024 im Aalto-Theater.
unterHALTUNG
unterHALTUNG
Im Rahmen von Folkwang 2022 - 2032 veranstaltete das Kulturamt Essen erstmalig das INTERAKTIVE FORMAT unterHALTUNG. Am 6. und 7. November 2024 wurde miteinander über Hürden, Lösungen und Visionen in der kulturellen Bildung gesprochen. Den Mittelpunkt bildeten künstlerische Erfahrungen von Menschen jeden Alters: Ob Musik selber machen, malen, schreiben, singen, tanzen, schauspielern, mit Materialien kreativ arbeiten und vieles mehr – kurz: Kulturelle Bildung für Alle – wirklich für Alle?
Im Januar 2026 fand eine weitere Ausgabe von unterHALTUNGstatt. Unter dem Motto "Altenessen, Karnap, Vogelheim – Wir gehen rein!" wurde der Jugendhof Vogelheim zum begehbaren Social Media Feed: scrollen, liken, kommentieren, teilen ohne Ende, nur eben im realen Alltag, mit echten Begegnungen. Das Format richtete sich an Junge Menschen aus dem Bezirk 5 und interessierte Kulturschafffende.
Beide Ausgaben der Veranstaltungen wurden vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.